Dominique Bérod

Dominique Bérod leitet den Bereich Hydrologische Grundlagen in der Abteilung Hydrologie der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf.


Was steht auf Ihrer Visitenkarte unter Ihrem Namen?

Dominique Bérod, Ing, PhD
Chief, Basic Systems in Hydrology Division
Climate and Water Department
World Meteorological Organization (WMO)

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spass und was schätzen Sie daran am meisten?

Es ist schwierig, sich auf einen Aspekt zu beschränken. Deshalb zitiere ich drei in keiner bestimmten Reihenfolge:

  • Den Ländern ermöglichen, ihre Wasserüberwachungssysteme zu verbessern, vom Messkonzept über das Informationssystem bis hin zu Messgeräten.
  • Teilnahme an der Gesamtstrategie der Hydrologie und Möglichkeit, Innovationen in die Ansätze einzubringen.
  • Kollegen aus der ganzen Welt treffen und von ihnen lernen.

Gibt es etwas was Ihre Arbeit einzigartig macht?

Mit dem Privileg, für die World Meteorological Organization (WMO), eine auf Klima, Wetter und Wasser spezialisierte UN-Agentur, zu arbeiten, habe ich das Glück, der Beobachtung des Wasserkreislaufs neues Leben einzuhauchen und die meisten nationalen hydrologischen Behörden zu treffen. Es gibt mir einen einzigartigen und fantastischen Überblick.

Welche Fähigkeiten sind für Ihre Tätigkeit unabdingbar?

Ein fundiertes theoretisches und praktisches Wissen ist erforderlich. Es ist wichtig, die Informationen zurückzugehen und zusammenzufassen zu können, um einen Überblick zu erhalten, aus dem eine Strategie abgeleitet wird. Der menschliche Aspekt ist wesentlich: zuhören und verstehen zu können, um die Probleme der Partnerinnen und Partner klar zu erkennen.

Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?

Ich hatte keinen Karriereplan. Zuerst einmal hatte ich das Glück, einen aussergewöhnlichen Professor zu haben, der mir eine Doktorandenstelle anbot. Dann versuchte der Kanton Wallis, seinen Ansatz für den Hochwasserschutz zu erneuern, was es mir ermöglichte, Gefahrenkarten, hydrologische Prognosesysteme, die Renaturierung von Flüssen und das dritte Rhone-Korrektur-Projekt mit einer ganzheitlichen Vision, die Hochwasserschutz, Renaturierung und sozioökonomische Aspekte kombiniert, zu lancieren. Meine vielen Interaktionen mit dem Bund haben mir zweifellos geholfen, die Leitung der Abteilung Hydrologie des Bundesamtes für Umwelt zu übernehmen. Auf diese Weise konnte ich die nationale Hydrologie auf eine bessere Erbringung von Dienstleistungen für die Hauptnutzer (Hochwasserschutz, Ökosysteme, Wasserwirtschaft, Klima, Wasserkraft usw.) ausrichten und dabei so offen wie möglich sein. Auch Aspekte der angewandten Forschung waren von Bedeutung, ebenso wie internationale Angelegenheiten. Dies ermöglichte es mir, als Schweizer Vertreter im Internationalen Hydrologischen Programm der UNESCO und als hydrologische Berater für die WMO bei MeteoSchweiz tätig zu sein. Dann war ich bei der WMO verantwortlich für die Region Europa-Kaukasus-Naher Osten. Ich habe ein Jahr lang bei der «Group on Earth Observations» als Verantwortlicher für Wasser, kalte Regionen und Naturgefahren gearbeitet, mit dem Ziel, die Überwachung besser in die politischen Entscheidungen zu integrieren. Dann wurde ich von der WMO als Leiter der Abteilung Hydrologische Grundlagen eingestellt, um Überwachungsansätze und Wasserinformationssysteme zu erneuern.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitsalltag aus?

Ich liebe es, von einem Büro zum anderen zu gehen, um zu diskutieren, zu entdecken, zu argumentieren und es ist sehr selten, dass ich mehr als eine halbe Stunde in meinem Büro bin. Neben vielen Auslandsreisen gehören auch die Teilnahme an Konferenzen und Workshops und wenige Besuche vor Ort zum Alltag.

Was raten Sie einer Person, die dieselbe Arbeit wie Sie ausführen möchte?

Bauen Sie sich Sie einen soliden Hintergrund in der Praxis. Seien Sie neugierig, stellen Sie Fragen. Suchen Sie nach neuen Entwicklungen, suchen Sie nach möglichen Verbindungen. Seien Sie offen, interagieren Sie mit Menschen auf allen Seiten und in allen Bereichen. Mehem Sie sich die Zeit, zu erklären, was Sie machen. Informieren Sie sich so gut wie möglich und tauschen Sie Ideen aus. Seien Sie in der Lage, Informationen zu bündeln und einen Schritt zurückzutreten. Handeln Sie strategisch, um Veränderungen zu bewältigen. Und seien Sie ein guter Kommunikator (zuhören und reden).

Wieso entschieden Sie sich für Ihr Studium?

Weil ich die Komplexität der natürlichen Prozesse für die Umwelt entdecken wollte und einen hervorragender Professor für Hydrologie hatte.

Dominique Bérod hat an folgender Schweizer Hochschule studiert bzw. doktoriert: