Fachtagung Wildbäche
Der Sommer 2024 hat es eindrücklich gezeigt: Heftige Unwetter lösten in mehreren Regionen der Schweiz verheerende Murgänge und Wildbachereignisse aus, die Siedlungen, Strassen und Infrastrukturen massiv beschädigten. Wie gross müssen Schutzbauten dimensioniert werden? Mit welcher Häufigkeit ist mit welchen Ereignisgrössen zu rechnen? Genau diesen Fragen widmet sich die zweite Fachtagung Wildbäche.
Bild: Alexandre Badoux, 2008
Das Wasserschloss Europas im Wandel
Im öffentlichen Diskurs ist das «Wasserschloss Europas» eine etablierte Metapher für die Schweiz. Eine Zeitungsartikelanalyse der letzten 100 Jahre zeigt, wie sich die Verwendung des Ausdrucks unter dem Einfluss äusserer Faktoren gewandelt hat. Angesichts der rasanten Klimaerwärmung und des zunehmenden Nutzungsdrucks auf Wasser als Ressource und Lebensraum erscheint die Verwendung der beschaulichen Metapher vom «Wasserschloss» als überholt.
Bild: Edith Oosenbrug
Das Wasserschloss Europas im Wandel
Basierend auf Schweizer Zeitungsartikeln der letzten 100 Jahre wurde untersucht, in welchen wasserwirtschaftlichen Kontexten die Metapher „Wasserschloss Europas“ verwendet wurde und wie sich das zugrunde liegende Narrativ im Laufe der Zeit verändert hat. Dabei diente die Metapher einerseits als Symbol für den Wasserreichtum des Landes, andererseits unterstrich sie die Rolle der Schweiz im Umweltschutz und ihre Verantwortung gegenüber den Unterliegern; zudem wurde sie für die touristische Vermarktung der Naturlandschaft genutzt. Lange Zeit galt der Wasserreichtum in der Schweiz als selbstverständlich. Angesichts der rasanten Klimaerwärmung und des steigenden Nutzungsdrucks auf die Ressource Wasser sowie die aquatischen Lebensräume erscheint die Verwendung dieser beschaulichen Metapher heute überholt.
Bild: Edith Oosenbrug
Schweizer Gletscher haben ihre Schneereserven aufgebraucht
Ab dem 29. Juni werden die Schneereserven der Schweizer Gletscher aufgebraucht sein. Sie verlieren dann mit jedem Liter Schmelzwasser an Substanz – es ist Gletscherschwundtag. 200 Quadratkilometer Eis, eine Fläche fast so gross wie der Kanton Zug, sind allein zwischen den Extremjahren 2003 und 2022 verschwunden. Das zeigt sich im Schmelzwasservolumen, wie Analysen zeigen: Obwohl der Eisschwund im Sommer 2022 stärker war als 2003, floss weniger Wasser aus den Gletschern ab.
Bild: Matthias Huss
Infotag 2026
Die Rolle des Wassers in der Energiewende
Bild: Edith Oosenbrug
Energie - Wasser - Zukunft: Die Rolle des Wassers in der Energiewende
Mit der Energiewende soll eine Abkehr stattfinden von fossilen Energieträgern. Damit verknüpft ist ein Ausbau der erneuerbaren Energien, auch der Wasserkraft. Doch diese ist in der Schweiz bereits stark ausgebaut und neben der Klimakrise als wichtigstem Auslöser für die Energiewende sind wir auch mit einer Biodiversitätskrise konfrontiert.
Bild: eawag